Die historische Entwicklung von Shiatsu

Shi-atsu ist ein japanisches Wort. Es bedeutet Finger – Druck und bezeichnet eine Massagetechnik, die sich auf der Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) in Japan entwickelt hat.
Shiatsu ist eine ganzheitliche Methode der Gesundheitsfürsorge, bei der der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet und behandelt wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass zwischen diesen drei Aspekten Wechselwirkungen bestehen, die bei fehlendem Ausgleich zu Unwohlsein und Krankheit führen können.
Vor ca. 1000 Jahren gelangte das uralte Wissen der TCM nach Japan und wurde dort von Praktikern und Schulen übernommen und weiter entwickelt. Aus der in China zunächst als ärztliches Heilmittel eingesetzten und später eher als Hausmittel angewandten Anma Massage entstand die Shiatsu-Massage. Sie wird entlang der von der TCM angenommenen energetischen Leitbahnen, den Meridianen,ausgeführt, durch welche die alles durchdringende Lebensenergie Ki den menschlichen Körper durchfließt. Diese Meridiane bilden ein fein verzweigtes Netz, das durch Shiatsu erreicht und beeinflusst werden kann.
Vor etwa 100 Jahren gewannen auch in Japan moderne westliche Erkenntnisse aus der Medizin an Einfluss und wurden mit dem traditionellen Erfahrungswissen japanischer Praktiker verknüpft.
Der Japaner Tokujiro Namikoshi entwickelte zu Beginn des 20. Jhd. eine Massagetechnik, die die Grundlage des heutigen Shiatsu bildet. Er war es, der Shiatsu in den USA bekannt machte. Weitere Impulse kamen von Shitsuto Masunaga, der sich intensiv mit alten Aufzeichnungen des Meridiansystems beschäftigte und – kombiniert mit eigenen Forschungen – dieses erweiterte und präzisierte. Darüber hinaus betonte er den meditativen Charakter der Behandlung, der sich auch in der von ihm gewählten Bezeichung – er führte den Begriff Zen-Shiatsu ein – niederschlagen sollte. Sein Schüler, Wataru Ohashi hat bis heute an der Verbreitung von Shiatsu in Europa einen maßgeblichen Anteil.
Viele der Lehrerinnen und Lehrer des Europäischen Shiatsu Institutes, ESI, das sich im Jahr 1989 in der Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland gründete, haben Ihre Ausbildung bei Wataru Ohashi erhalten, der auch heute noch praktiziert und Kurse anbietet.
1992 wurde in Deutschland die GSD als Berufsverband der Shiatsu-Ausübenden gegründet. Diese Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland setzt sich für berufspolitische Belange, aber auch für die Qualitätssicherung der auszubildenden ShiatsupraktikerInnen und deren Weiterbildungsmöglichkeiten ein.
















TCM
Einheit von Körper,
Geist und Seele
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