Meine Ausbildung zur Shiatsupraktikerin

Das Europäische Shiatsu Institut, ESI, bei dem ich meine Ausbildung erhalte, wurde vor 15 Jahren mit Schulen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien gegründet.

Es ist eine der von der Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland, GSD, anerkannten Ausbildungsstätten, wobei die GSD als Berufsverband der Shiatsupraktizierenden auf eine gute Qualität in der Ausbildung und der Arbeit achtet, sowie berufspolitische Interessen vertritt.

Alle zum Europäischen Shiatsu Institut gehörenden Ausbildungsstätten haben ihre Curricula aufeinander abgestimmt, so dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, bei unterschiedlichen Lehrern und an unterschiedlichen Orten zu lernen und ihre Ausbildung nach individuellen Bedürfnissen zu gestalten.

Insgesamt umfasst die Ausbildungszeit mindestens 500 Stunden und kann nach Belieben erweitert werden. Folgende Inhalte gehören gewissermaßen zur Grundausbildung:

- Grundlagen des traditionellen Heilungsansatzes der alten chinesischen Medizin TCM

- Beschäftigung mit dem Yin-Yang-Konzept

- Kennenlernen des Kreislaufes der fünf Elemente und deren Zuordnung zu bestimmten Organsystemen und weiteren Analogien

- Erlernen der aus der TCM bekannten Meridianverläufe und des erweiteten Meridiannetzes nach Shitsuto Masunaga und besonders wirksamer Punkte auf diesen Meridianen

- Erlernen der speziellen Behandlungstechniken des Shiatsu, wie z.B.
** zentriert, achtsam im Kontakt sein und aus der eigenen Mitte heraus, dem Hara, arbeiten
** entspanntes Lehnen, weich einsinken, kein drücken kneten oder ziehen
** Arbeit mit 'Mutter'- und 'Kindhand', wobei eine Hand als ruhender Pol verweilt, während die andere Hand weiterwandert

- Vermittlung anatomischer, physiologischer, pathologischer und psychologischer Grundkenntnisse

- Beschäftigung mit ganzheitlicher japanischer Diagnostik, die aus folgenden Punkten besteht:
** Bo – shin : ich sehe, mir wird gezeigt z.B. durch Haltung, Hautfarbe u.ä.
** Mon – shin : ich höre zu und achte auch auf das, was ungesagt bleibt
** Setsu – shin : ich erfahre durch die Berührungen meiner Hände
** Bun - shin : ich öffne alle meine Sinne und nehme feinste Signale wahr

Diese Art der Herangehensweise ist mit der ärztlichen Diagnostik wie wir sie kennen, nicht vergleichbar. Es geht nie darum, eine Krankheitsursache zu finden und diese zu beseitigen, sondern vielmehr darum, den Menschen als Ganzes wahrzunehmen und ihn als System zu verstehen. Im Vordergrund steht hier eher eine indirekte Herangehensweise, die Gesundheit und Heilung als umfassenden Prozess begreift.

Es ist ebenso Teil des Curriculums, selbst Shiatsu Sitzungen in Anspruch zu nehmen, um deren Wirkung am eigene Körper zu spüren, wie auch selbst andere Personen zu behandeln. Diese Sitzungen werden dokumentiert und später im Tutorium ausgewertet, um zu einer guten fachlichen Handlungskompetenz zu gelangen.

Über die gesamte Ausbildungszeit hinweg sind Übungsstunden und Tutorien mit Augenmerk auf ganz spezielle Themen und persönliche Stärken und Schwächen der Schüler auf dem Programm.

Es gibt eine Zwischenprüfung, und es kann schließlich ein Diplom erworben werden.

Die beiden Abschlußseminare finden in der konzentrierten Umgebung eines Schulungszentrums statt. Neben einer Kontrolle des theoretischen Wissens werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von mehreren Lehrern betreut, persönlich beraten und gefördert. Da Shiatsu immer Handarbeit sein wird, wird sie auch mit der Person des Shiatsu Praktizierenden zu tun haben und die Herausbildung eines ganz individuellen Stiles ist wichtig und natürlich.
















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